Für Webdesigner und Webentwickler ist gerade keine einfache Zeit. Eine Firmenwebsite lässt sich heute in wenigen Minuten mit KI erzeugen, und Angebote für 500 Euro kommen inzwischen per Kaltakquise ins Postfach. Das ist nicht grundsätzlich schlecht. KI ist ein gutes Werkzeug, ich nutze sie selbst jeden Tag. Aber ein Werkzeug allein macht noch keine gute Website.
Ein Akkuschrauber macht noch keinen Handwerker
Fast jeder hat einen Akkuschrauber im Keller. Trotzdem ruft man einen Handwerker, wenn die Küche montiert werden soll. Nicht weil man das Werkzeug nicht besitzt, sondern weil der Handwerker weiß, wie man es richtig einsetzt: wo gebohrt wird, was die Wand trägt, was am Ende hält.
Mit KI und Websites ist es genauso. Die KI liefert in Sekunden eine Seite. Ob die Seite zu deinem Betrieb passt, bei Google gefunden wird, rechtlich sauber ist und aus Besuchern Anfragen macht, entscheidet nicht das Werkzeug, sondern wer es bedient.
Fünf Firmen, fünf Websites, ein Aufbau
Ich habe mir fünf Websites von Betrieben angesehen: zwei Gebäudereinigungen, zwei Entrümpler und einen Elektriker. Andere Branchen, andere Städte, andere Farben. Und doch erkennt man auf den ersten Blick, dass sie aus demselben Baukasten stammen. Namen, Logos und Orte sind bewusst unkenntlich gemacht. Es geht nicht um die Betriebe, sondern um das Muster.

Was fast alle gemeinsam haben:
- Ein dunkles Stockfoto mit Farbüberlagerung oder eine riesige Überschrift über die ganze Breite
- Eine kleine Zeile in Großbuchstaben über der Überschrift
- Zwei Buttons direkt darunter: "Kostenlos anfragen" und "Anrufen" oder "WhatsApp"
- Eine Reihe mit Häkchen: Festpreis, zuverlässig, versichert
- Bewertungs-Abzeichen von Google oder Trustpilot
- Eine feste "Jetzt anrufen"-Leiste am unteren Rand
- Austauschbare Sätze wie "schnell, sauber und zuverlässig" oder "persönlich, professionell, preiswert"
Zwei der Seiten sind sogar dieselbe Vorlage, einmal in Grün, einmal in Gelb. Wer beide nacheinander öffnet, sieht sofort: Hier wurde nur die Farbe getauscht.
Warum das ein Problem ist
Austauschbar heißt verwechselbar
Eine Website soll zeigen, warum gerade dieser Betrieb der richtige ist. Wenn sie aussieht wie die der Konkurrenz, mit denselben Sätzen und denselben Stockfotos, gibt es für den Besucher keinen Grund, sich für dich zu entscheiden. Was fehlt, sind die Dinge, die nur du hast: echte Fotos von dir und deinem Team, deine Geschichte, konkrete Beispiele aus der Region, ehrliche Antworten auf die Fragen deiner Kunden.
Auch Google und KI-Suchen merken das
Google bewertet, ob eine Seite eigenen Mehrwert hat und erkennbar von einem echten Unternehmen stammt. Seiten aus austauschbaren Textbausteinen haben es schwer, sich gegen Wettbewerber mit echten Inhalten durchzusetzen. Dasselbe gilt für KI-Suchen wie ChatGPT oder die KI-Übersicht bei Google: Sie empfehlen Betriebe, über die sie konkrete, überprüfbare Fakten finden.
Risiken, die man nicht sieht
Bei schnell generierten Websites begegnen mir immer wieder dieselben Fehler, die erst auffallen, wenn es Ärger gibt:
- Daten an Google ohne Einwilligung: Eingebettete Karten, Schriften von Google-Servern oder Statistik-Tools laden beim ersten Besuch, ohne zu fragen. Für dynamisch geladene Google Fonts ohne Einwilligung hat das LG München I bereits Schadensersatz zugesprochen (Az. 3 O 17493/20).
- Lückenhaftes Impressum: Bei einer GmbH fehlen zum Beispiel Registergericht und Handelsregisternummer, oder es stehen noch Verweise auf das alte Telemediengesetz drin. Ein Klassiker für Abmahnungen.
- Falsche Adresse für Google: Manche Baukästen tragen ihre eigene Testadresse als Hauptadresse ein. Google weiß dann nicht, welche Domain die echte ist.
- Keine Kontrolle: Die Seite liegt auf den Servern des Anbieters, oft außerhalb der EU. Wer wechseln will, stellt fest, dass ihm der Code nicht gehört.
Keine Rechtsberatung, aber jeder dieser Punkte lässt sich vermeiden, wenn jemand mit Erfahrung draufschaut.
Was eine individuelle Firmenwebsite anders macht
Eine individuelle Firmenwebsite heißt nicht, dass alles neu erfunden wird. Bewährte Muster wie ein klarer Kontaktweg gehören dazu. Der Unterschied liegt im Inhalt und im Handwerk:
- Erst die Struktur, dann das Design: Was soll der Besucher zuerst sehen, welche Fragen hat er, und wo landet er am Ende? Daraus ergibt sich der Aufbau.
- Echte Fotos statt Stockbilder: Für Firmenwebsites arbeite ich mit einer Fotografin zusammen, die vor Ort genau die Bilder macht, die die Seite braucht.
- Texte über deinen Betrieb, nicht über irgendeinen. Mit Leistungen, Einsatzgebiet und Antworten, die man so nur bei dir findet.
- Technik, die Google und KI verstehen: schnelle Ladezeiten, saubere Struktur, strukturierte Daten.
- Rechtlich sauber ab dem ersten Tag: keine Daten an Dritte ohne Einwilligung, vollständiges Impressum.
- Der Code gehört dir. Kein Baukasten-Lock-in, kein Abo, aus dem du nicht mehr rauskommst.
Ein Beispiel ist die Website eines Autohauses, die ich komplett neu aufgebaut habe: Konzept, Texte, Gestaltung, Programmierung und der Umzug vom alten System, ohne Verlust bei Google. Auf dem Handy liegt sie bei 91 von 100 Punkten im PageSpeed-Test, vorher waren es 68.
Vorsicht bei Websites für 500 Euro
Ein günstiges Angebot ist nicht automatisch schlecht. Aber frag nach, bevor du unterschreibst:
- Wer schreibt die Texte, und kommen sie aus deinem Betrieb oder aus der KI?
- Woher kommen die Fotos?
- Wo liegt die Seite, und gehört dir der Code am Ende?
- Wer kümmert sich um Datenschutz und Impressum?
- Was passiert nach dem Livegang: Wer pflegt die Seite, wer hilft bei Problemen?
Wenn darauf keine klaren Antworten kommen, zahlst du am Ende oft zweimal: einmal für die Seite und einmal für die Reparatur.
Schon eine KI-Website? Kein Grund zur Panik
Viele Betriebe haben bereits eine Seite aus dem Baukasten, oft gut gemeint und schnell gemacht. Die muss nicht weg. Ich biete drei Wege an:
- Check: Ich schaue mir deine Seite an und sage dir, was rechtlich, technisch und bei Google nicht stimmt. Für die KI-Sichtbarkeit gibt es zusätzlich den kostenlosen KI-Check.
- Retten: Die wichtigsten Fehler beheben, also Datenschutz, Impressum, Technik und Auffindbarkeit, ohne alles neu zu machen.
- Neu aufbauen: Eine individuelle Firmenwebsite, die aussieht wie dein Betrieb und nicht wie jede zweite Seite. Inklusive sauberem Umzug, damit du bei Google nichts verlierst. Wie das geht, steht im Beitrag zum Website-Relaunch ohne Rankingverlust.
Kurz gesagt
KI ist ein starkes Werkzeug, aber kein Ersatz für jemanden, der weiß, was eine Firmenwebsite leisten muss. Wer sich von der Konkurrenz abheben will, braucht eine Seite mit eigenem Gesicht, echten Inhalten und sauberer Technik.
Du möchtest eine individuelle Firmenwebsite oder deine bestehende Seite retten lassen? Schau dir Webdesign und Websites an oder schreib mir kurz über die Kontaktseite.
